SURF-SPOTCHECK| Surfen in Panama #2 – Bocas del Toro

Im ersten Teil meiner Serie „Surfen in Panama“ habe ich die Surfregion rund um Santa Catalina vorgestellt, in diesem Post wird es etwas karibischer! In Teil zwei bekommt ihr alle Informationen, die ihr für einen Surftrip nach Bocas del Toro braucht! Wenn du in das Insel-Archipel gereist bist, um ein paar Wellen zu schlitzen, dann wirst du hier ganz besonders glücklich werden! Surfen in Panama ist Surfen „caribbean style“!

Auch wenn Bocas del Toro unter Surfern schon lange kein Geheimtip mehr ist, so hast du dort beim Surfen doch noch immer das Gefühl, dein eigenes kleines Surf-Abenteuer zu erleben. Du tuckerst mit kleinen Booten zum Spot, surfst vor einer tropischen Kulisse Weltklasse-Wellen – „Boat-trip light“ sozusagen – und abends genießt du deinen leckeren Sundowner auf irgendeiner Terrasse direkt am Meer. Hört sich nach Wellenreiten im Schlaraffenland an? Jau, find ich auch! Nicht umsonst wird Bocas auch das Indonesien Mittelamerikas genannt – zunehmend trifft das auch leider auf die Crowd im Line-Up zu. Wenn du aber nicht immer nur die ganz angesagten Breaks aufsuchst, dann stehen die Chancen auf eine Session ohne Crowd nicht ganz so schlecht.

Ob Surfer oder nicht – eigentlich ganz egal, denn Bocas del Toro in Panama ist immer einen Besuch wert. Davon kannst du dich in meinem Abhäng-Guide Bocas del Toro überzeugen! Dort findest du Tips in Sachen Unterkunft und was sonst noch so los ist im Karibik-Paradies!

Surfen in Bocas del Toro bedeutet „sich auskennen“

Wenn du das erste Mal zum Surfen in Bocas del Toro bist, dann ist es am Anfang etwas kompliziert zu kapieren, wann du am besten wohin fahren musst, um gute Wellen zu surfen. Zugegeben, Bocas kann surftechnisch eine ziemliche Bitch sein, denn die Inselwelt funktionert nicht nach den gängigen Surf-Bedingungen und Forecast-Regeln. Es sind nicht die Groundswells, die sich lange vorher ankündigen und die du sorgsam planen kannst – es sind vor allem die Hurricanes, die Wellen auf die karibische Seite von Panama schicken – und die sind manchmal genauso schnell wieder weg wie sie aufgetaucht sind.

Aber alles kein Problem, nach ein paar Tagen vor Ort und der Lektüre meines „Surfspot-Guide caribbean style“  wirst du in Bocas del Toro Surfen – versprochen!

  • Große Auswahl an Wellen

  • Weltklasse Breaks

  • Warmes Wasser und konstante Swells

  • Ziemlich voll

  • viel flaches Riff

  • Transport zum Spot kostet (wenig) Geld

Die Wellen-Saison in Bocas del Toro

Es gibt zwei Surf-Saisons in Bocas del Toro: Die Wintersaison, auch die Surf-Hauptsaison, und die kürzere Sommersaison. Dazwischen gibt es sicher auch hin und wieder Wellen, allerdings gleicht die Karibik in dieser Zeit eher dem Bodensee.

Wintersaison
Geht von Dezember bis März/April. Hier sind die Swells aus Nord-Osten dominierend, dann kann es an einigen Riffen bis dreifach Überkopf werden. Das Gute hier ist, wenn der Swell mal da ist, dann knallt es hier wochenlang jeden Tag. Ich war das letzte Mal zwei Wochen da und hatte zwei Wochen lang Wellen!

Sommersaison
Die Hurricanes im Golf von Mexiko schicken Dünung bis nach Panama, im Juli und August kann es dann richtig ballern. Fast unmöglich vorauszusagen, denn Hurricanes kündigen sich nicht tagelang vorher an. Keine Angst – Bocas liegt nicht in der Hurricane-Zone. Die Wellen-Sicherheit ist nicht so hoch wie im Winter, dafür ist kaum was los im Line-Up! Als Ausweichmöglichkeit hast du ja dann auch immer noch die Pazifikseite Panamas.

Surfen lernen in Bocas del Toro

Ganz einfach – wo es Wellen gibt, da kannst du Surfen lernen! Ergo – auch in Bocas del Toro wirst du zum Wellenreiter! Ein „aber“ gibt es – Bocas del Toro ist sicher nicht der perfekte Ort, um Wellenreiten zu lernen – die meisten Wellen in Bocas del Toro brechen über ein flaches Riff und sind deshalb für ungeübte Surfer nicht zu empfehlen, außerdem ist die Erreichbarkeit der meisten Wellen erst mit einer kleinen Bootsfahrt verbunden.

Es gibt aber durchaus Strände, die zum Wellenreiten lernen sehr gut geeignet sind, zudem kennen die Surf-Lehrer vor Ort ihre Strände ganz genau und bringen dich zum Surfen lernen an den richtigen Spot. Also alles bestens – du kannst in Bocas del Toro Surfen lernen, zum Beispiel hier: Escuelita del Mar auf Caranero und die Mono Loco Surf School auf der Hauptinsel versorgen dich mit allem, was du wissen musst.

Ausrüstung zum Surfen in Bocas del Toro

Bring zur Sicherheit auf jeden Fall deine Booties mit – zwar springst du in die meisten Line-Ups direkt vom Boot aus, aber hin und wieder sind die Gummilatschen ganz angebracht beim Surfen in Bocas. Das Riff kann an einigen Spots doch ziemlich flach werden – und scharf ist es allemal! Eine tolle Übersicht und viele Tips, wie du die richtigen Surf-Schuhe für dich findest, hat Julian von Surfnomade in einem super Artikel zusammengefasst.

In deinen Boardbag sollten auf jeden Fall zwei Bretter, denn die Chance, dass du eins davon hier begräbst, ist  ziemlich gut. Ich empfehle ein Shortboard oder Fish, und je nach Niveau auch eine Gun oder ähnliches – für die großen Tage. Im Ort gibt es Surfshops, bei denen du Surfbretter ausleihen kannst, außerdem versorgen dich die Shops mit Wax etc.. Am besten ist wenn du dir einen kleinen Vorrat mitbringst, denn die Preise hier für Surf-Equipment sind ganz ordentlich. Bring dein Repair-Kit für kleinere Reparaturen mit, bei ernsten Schäden an deinem Surfboard helfen dir die Shops oder Surf-Schulen! Ganz wichtig: Bring auf jeden Fall ausreichend Sonnencreme mit.

Mit dem Boot zum Surfen an den Spot

Auch die Erreichbarkeit der Wellen ist in Bocas del Toro etwas besonderes, einige wenige Wellen erreichst du zwar zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto, aber an die meisten Spots fährst du mit dem Wassertaxi. Das System ist einfach, die Boote bringen dich hin und holen dich ab, du entscheidest, wie lange deine Session sein soll. Ganz selten kommt es vor, dass dich dein Taxifahrer „vergisst“ – keine Sorge, dann steigst du einfach in ein anderes „Surf-Taxi“ oder winkst eines der vorbei fahrenden Boote herbei! Alles easy – caribbean style eben!

Was der Surf-Transport kostet, steht in der Spot-Beschreibung weiter unten im Text.

Die Spots zum Surfen in Bocas del Toro

Weltklasse – so sind sie, die Wellen in Bocas del Toro. Aber das ist nur die halbe Geschichte, denn wenn du in Bocas Surfen willst, musst ein paar Dinge unbedingt beachten. Bocas bietet so einiges zum Wellenreiten: rechte und linke Riff-Wellen, einige Beachbreaks, viele Weltklasse-Spots.

Selbst für richtige gute Surfer kann Surfen in Bocas del Toro eine ordentliche Herausforderung sein: Scharfe und flache Riffe, riesige Wellen mit ordentlich Power, volle Line-Ups! Die Wellen in Bocas sind manchmal ziemlich eigensinnig und es ist nicht immer leicht vorauszusagen, wo du am besten wann zum Surfen hin fährst! 

Alles kein Problem – hier sind meine Tips und Anregungen!

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Waikiki Beach

1. Waikiki Beach

Der „Stadtstrand“ – hier gibt es ein paar Buden, wo du etwas zu essen bekommst. Perfekt, um sich die eingerosteten Glieder mal wieder locker zu paddeln und ganz easy zu erreichen! Für Anfänger sehr gut geeignet! Vorsicht vor streunenden Hunden! Hier kannst du zu Fuß in rund fünf 10 Minuten hin laufen. Ansonsten springst du auf den Bus in Richtung Bocas del Drago, der dich dann am Waikiki Beach raus lässt. Läuft erst, wenn der Swell einigermaßen groß ist.

  • Beachbreak mit sandige Untergrund

  • Rechts- und Linkswelle, eher flach

  • Wenig Leute, Super geeignet für Einsteiger

  • Wasser kann schmutzig sein

2. Tiger Tail

Wenn die Glieder schon etwas locker gesurft sind und für Anfänger mit Ambitionen! Hier hin kannst du laufen (30 min.), ansonsten gut mit dem Fahrrad zu erreichen, Taxi rund fünf Dollar (15 min.) oder ebenfalls den Bus in Richtung Bocas del Drago nehmen.

  • Beachbreak mit Sand- und Riffboden

  • eine Rechtswelle, bei viel Swell A-Frame

  • wenig Leute, perfekt für Surf-Einsteiger

  • Wasser kann schmutzig sein!

3. Playa Punch

Am richtigen Tag eine Weltklasse-Welle! Allerdings auch eine der heftigsten in der ganzen Karibik. Hier knallt ziemlich viel Wasser auf das Riff, das an der Inside schnell flach wird! Nichts für Surf-Einsteiger. Ungefähr fünf Minuten zu Fuß ist das Cafe Paki´s Point, wo du nach deinem Surf etwas zu Essen und ein kühles Bier bekommst oder dich einfach auf den Sonnenliegen ausruhen kannst.

  • Riffwelle - schnell, hohl und heftig! Nur bei Mid- bis Hightide!

  • eher links, wer nach rechts surft könnte DEN Fehler seines Surferlebens begehen!

  • Voll, wenn es läuft

4. Dumpers

Ist ein kleines Stück weiter als Punch – eigentlich der gleiche Break, einfach nur eine andere Section. Eine sehr schnelle Welle, die lange Rides mit großen Tubes bietet, nur für Fortgeschrittene, die große Surf-Eier in der Hose haben! Das Riff wird hier sehr, seeeehr flach und hatte Hohlräume – also nur mit großer Vorsicht und bei High-Tide Surfen!

  • Riff, richtig flach! Nur bei Hightide!

  • Links - schnell, steil und hohl!

  • Wenn surfbar, dann crowded

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5. Playa Bluff

Eine Liebes-Hass-Beziehung zu Surfern – kann dir die Barrel deines Lebens bescheren, kann dir aber genauso gut erst das Board und dann dein Genick brechen. Mit dem Taxi ungefähr 12 Dollar, das Wassertaxi bringt dich für 10 Dollar hin und zurück. Der Strand ist einer der schönsten in ganz Bocas, lohnt sich auch für einen Ausflug ohne Surfbrett.

  • Beachbreak, kann tödlich für Brett und Surfer sein!

  • A-Frame, extrem hohl und schnell

  • Für ein paar todesmutige Profis!

Caranero-Island – die Hübsche aus der Nachbarschaft

Grundsätzlich sind alle Breaks hier mit dem Wassertaxi zu erreichen, du kannst aber auch von der Hauptinsel rüber paddeln und dann am Strand entlang zu den Breaks laufen. Das dauert mindestens eine Stunde, kann aber eine super Abwechslung sein, unterwegs darfst du außerdem in einer der Strandbars ein Bierchen zischen :-)). Wenn du keine Lust auf den Trubel der Hauptinsel hast, dann solltest du dich auf jeden Fall auf Caranero einquartieren – dort kannst du im ??? einen Sunset-Drink genießen, ansonsten ist hier absolute Ruhe angesagt.

6. Old Man´s

Für einen entspannten Sonntagnachmittag-Surf oder perfekt für Surf-Einsteiger! Mit dem Wassertaxi von der Hauptinsel drei Dollar, ansonsten ist die Welle direkt an der Türschwelle der meisten Unterkünfte auf Caranero. Fett, langsam, A-Frame: Perfekt für Einsteiger. Achte beim rauspaddeln auf das Riff – du musst die Schneisen finden, um dein Brett nicht zu ruinieren! Läuft nur bei sehr großem Swell richtig ordentlich, für Longboards oder Einsteiger ist aber eigentlich immer ein kleiner Huckel vorhanden!

  • Riff, hier ist es aber ziemlich tief!

  • A-Frame, fett und langsam

  • Eher wenig los, ab und zu sind die Surfschulen hier

7. Black Rock

Schöne, entspannte A-Frame-Welle mit verschiedenen Sections zum Spaß haben. Perfekt, wenn Caranero groß und crowded ist! Über sechs Fuß bricht das Teil auch hohl und lädt zum „tuben für Anfänger“ ein! An kleineren Tagen super für Anfänger! Vorsicht an der Inside, dort kann es ziemlich flach werden! Black Rock ist eine meiner Lieblingswellen in Bocas!

  • Pointbreak mit Riffb-Untergrund

  • A-Frame mit Tube-Sections

  • Super für Einsteiger und Fortgeschrittene!

8. Caranero

Ein Wort: Weltklasse! Mächtiger Drop, schnelle Sections, immer mal wieder Tubes! Wer denn Mittelteil übersteht, der hat einen ziemlich langen Ritt vor sich. Kleiner Tip: Es gibt eine äußere und eine innere Take-Off-Zone – innen ist meistens weniger los und es kommen genug gute Wellen durch! Aber vorsicht, an der Inside wird die Welle richtig heftig und das Riff immer flacher! Im Zweifel lieber früher aus der Welle, damit du an der Inside nicht die Brecher auf den Kopf bekommst. Absolut nichts für Einsteiger, kann an guten Tagen ziemlich voll Wellen. Leg dich nicht mit den Locals an!

  • Point-Break mit Riffuntergrund

  • Rechts, lange Walls mit Tube-Sections

  • Wird sehr voll, nur für Fortgeschrittene

Bastimentos – Insel der Beachbreaks

Mit dem Wassertaxi bist du rund 15 Minuten von der Hauptinsel unterwegs und solltest nicht mehr als 10 Dollar bezahlen. Entweder lässt du dich im Hafen absetzen und läufst dann rund eine halbe Stunde über den Hügel an den Strand. Unterwegs kannst du im „top of the hill“ einen köstlichen veganen Brownie futtern und Bio-Kaffe trinken. Wenn es sehr viel geregnet hat ist der Weg nicht zu empfehlen – viel zu rutschig! Dann lässt du dich besser direkt um die Landspitze ins Line-Up kutschieren – der Preis ist hier Verhandlungssache, am besten du schließt anderen Surfern mit dem gleichen Ziel an!

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9. Wizard/Red Frog Beach

Super zum Surfen lernen oder aber auch für nicht-surfende Partner, der Strand lädt auf jeden Fall zum Chillen ein! Schöner Beachbreak für Einsteiger, an größeren Tagen aber auch eine gute Welle für Fortgeschrittene. Geht rechts und links mit der ein oder anderen Tube. Reiner Sandboden, also kannst du dich hier ruhig richtig reinwerfen! Ab sechs Fuß Close-Out!

  • Beachbreak mit sandigem Untergrund

  • klassischer A-Frame-Beachbreak

  • Viele Peaks, auch für Anfänger geeignet

10. Playa Larga

Siehe Red Frog Beach – nur etwas einsamer! Einfach eine Bucht weiter als Red Frog. Wenn nirgendwo was geht, dann läuft hier meistens noch etwas. Am richtigen Tag einer der besten Beachbreaks, die ich kenne! Nur mit dem Boot zu erreichen – Preis ist Verhandlungssache!

  • Beachbreak mit Sand

  • A-Frame/ schnell und hohl

  • Wenig los, perfekte Welle für Einsteiger und Profis

Fazit zum Surfen in Bocas del Toro

Schon lange kein Geheimtip mehr, trotzdem immer noch ein Surf-Trip wert. Die Auswahl an verschiedene Wellen, dazu ein paar absolute Weltklasse-Spots, dazu das karibische Drumherum – mit ein bisschen Glück wirst du hier dein persönliches Surf-Abenteuer erleben. Wo früher die Piraten hausten, hast du jetzt als Surfer deinen Spaß. Surfen in Bocas del Toro lohnt sich – immer noch!

Warst du auch schon mal zum Surfen in Bocas del Toro? Hast du vor einen Surf-Trip dahin zu starten. Dann schreib mir oder abonniere meinen Newsletter – ich freue mich auf Informationen, Fragen und Anregungen! See you in the Line-up!

4 Antworten
  1. Melanie
    Melanie says:

    Hallo Stefan,

    wow, was für ein ausführlicher Bericht. Echt cool!
    Warst du in Panama auch Kitesurfen? Wir haben Panama schon länger auf dem Radar, aber Infos zum Kiten findet man noch relativ wenig.

    Liebe Grüße

    Melanie

    Antworten
    • Stefan Heinrich
      Stefan Heinrich says:

      Hallo Melanie, schön, dass dir mein Post gefällt! Ich hatte mich bezüglich Kitesurfen in Panama informiert, wie du auch hatte ich aber Schwierigkeiten Informationen zu bekommen – Spots gibt es da eine Menge, aber noch keine Infrastruktur. In Bocas kannst du bestimmt kiten, allerdings habe ich noch nie einen Kiter gesehen. Vielleicht seid ihr ja die ersten. Falls ihr da unten Kitesurfen geht, dann würde ich mich sehr über Erfahrungsbericht freuen!! Gruß, Stefan

      Antworten

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