surf surfing barrel wellenreiten

Surfen in Nicaragua – dein Spot-Guide mit Offshore satt!

„Wo Strand ist, da sind auch Wellen“! Stimmt! Das gilt natürlich auch, wenn Du zum Surfen nach Nicaragua kommst. Und auch hier, wie überall, ist die Wellengröße entscheidend, klar, aber was eigentlich noch wichtiger ist: Wind aus der richtigen Richtung! Denn: Welle ist ja nicht gleich surfbare Welle! Fast, denn beim Surfen in Nicaragua gilt diese Gleichung nur bedingt!

Ob Profi oder zum wellenreiten lernen – beim Surfen in Nicaragua findet jeder sein Glück!

Beim Surfen gibt es ein Zauberwort: Offshore, also Wind, der vom Strand aufs Meer weht. Wenn es offshore pustet, dann werden Wellen, egal welcher Größe, so schön geformt, dass sie zum Wellenreiten perfekt sind. Wer zum Surfen nach Nicaragua kommt, der erlebt hier ein Phänomen das einzigartig ist – hier ist immer Offshore!

Die Rechnung ist einfach: Nicaragua hat eine beindruckende Küstenlinie von über 900 Kilometern – das ist ungefähr die Strecke von Hamburg nach Konstanz am Bodensee. Platz genug zum Wellenreiten, und für unzählige, noch nicht entdeckte Breaks – oder zumindest von der Surfwelt noch nicht entdeckte Wellen. Wellentechnisch also: Check!

schild surfen wellenreiten nicaragua

Surfen in Nicaragua – no passa nada!

Welle, Strand und offshore satt – ein Land wie für´s surfen gemacht

Dann gibt es da aber noch diesen See, den Lago die Nicaragua, ein ziemlich großer See: Der größte Binnensee Mittelamerikas ist zuständig für das Phänomen „offshore“ beim Wellenreiten in Nicaragua.  Durch die Wassermasse und das Wärme-Verhältnis zwischen Wasser und Land entsteht eine Art Thermik – und sorgt für rund 300 Tage im Jahr ablandigen Wind. Windtechnisch also: Super-Check!

Zudem ist Nicaragua wirklich ein ganz tolles Reiseland: Wunderschöne Natur, für jeden Geldbeutel ist etwas dabei, und entgegen der allgemeinen Meinung ist es wirklich sicher (natürlich reist du mit dem nötigen Sinn und Verstand!). Mehr dazu kannst du in meinen anderen Reiseberichten hier auf travelonboards.de lesen. Hier soll es schließlich um die schönste aller Fortbewegungsarten gehen – das Wellenreiten!

Surfen in Nicaragua – eine kleine Entdeckungsreise

Vielleicht ist Nicaragua in Bezug auf Surfen kein großer Geheimtip mehr, aber hier kannst du immer noch dein ganz persönliches Surf-Abenteuer leben. Hier gibt es sie noch immer, die Secret Spots, verborgen hinter der Landzunge oder nur schwer durch den Dschungel zu erreichen. Wer also Bock auf Abenteuer vor der Session hat, der wird beim Surfen in Nicaragua sein Verlangen mehr als stillen! Wer gerne einfach nur das kühle Bier beiseite stellen will, um in Anschluss aus der Hängematte in Richtung Welle zu purzeln, der wird in „Nica“ genauso fündig werden.

Weder habe ich die großen, unbekannten Secret Spots gefunden (na ja, vielleicht so zwei!), noch war ich tagelang durch den Urwald unterwegs auf der Suche nach neuen Breaks zum Wellenreiten – aber ich kann euch über ein paar der bekannten Hot Spots berichten.

Surfen in Nicaragua – analog und digital

Wellenreiten gibt es in Nicaragua auch in digitaler Form, für die Online-Surfer unter Euch! W-Lan geht (fast) immer, eigentlich in jedem Hostel oder Restaurant, oder du besorgst dir eine Sim-Karte. Es gibt viele Anbieter, und die Erfahrungen sind ganz unterschiedlich. Ich persönlich empfehle Claro. Mit rund 100 Cordoba (ca. 3,50 Euro) seid ihr stolzer Besitzer einer Sim-Karte, ein GB-Daten kosten ca. 140 Cordoba. Kleiner Tip: Holt euch die Dinger nicht in einem Geschäft, sondern fragt die Straßenhändler, die machen euch eine guten Preis. Lasst euch die Karte von den Jungs direkt einlegend aktivieren – dann seht ihr auch, ob die Teile echt sind. Ach ja: Rechnet die gelegentlichen Strom- und Internetausfälle in eure „Online-Planung“ mit ein!

surf women surfer wellenreiten

Surfbrett müsste man(n) sein!

 

Surfen lernen in Nicaragua

Was Surf-Unterricht und Schulen angeht, so gibt es an jedem der beschriebenen Spots (außer El Transito!) einen oder mehrere lokale Anbieter, die man direkt vor Ort ansprechen und buchen kann. Wer lieber von der heimischen Couch aus für ein paar Euro mehr einen Kurs buchen möchte, der kann sich bei den gängigen Anbietern im Netz umschauen. Bretter könnt ihr an jedem Strand mit Wellen ausleihen, entweder bei den Schulen oder direkt am Beach – auch einige Unterkünfte bieten diesen Service an. Mehr als 10 Dollar am Tag sollte das nicht kosten – bei einer Wochen-oder Monatsmiete: handeln!! Hinweise zu Surfschulen und Kursen bekommt ihr bei den jeweiligen Spot-Vorstellungen. Insgesamt gilt aber: zum Surfen lernen ist Nicaragua ideal!

Ja wo sind sie denn nun, die Spots zum Surfen?

Surfen in Nicaragua kann in fünf Surfregionen aufgeteilt werden:

  • der Süden rund um San Juan del Sur
  • die zentralen Sports in Popoyo
  •  rund um Playa Gigante
  • der Norden mit unzähligen, noch gänzlich unbekannten Wellen. Da dies auch vorerst so bleiben soll, werde ich einen Spot vorstellen – der erfreut sich zwar gerade immer größerer Beliebtheit, kann aber immer noch völlig uncrowded gesurft werden
  • natürlich gibt es auch noch die Karibik-Seite von Nicaragua – ich selber war aber nicht dort und habe auch unterwegs nie jemanden von dortigen Wellen erzählen hören. Allerdings gibt ein paar hundert Kilometer die Küste runter Weltklasse-Spots in Costa Rica und Panama, deshalb: 

 

Ich persönlich denke, dass es dort sicher Spots gibt, die sind dann aber wahrscheinlich ziemlich eigensinnig und laufen nur im Winter. Ich werde bei meiner nächste Reise nach Nicaragua mit Sicherheit die Karibikseite erkunden – allerdings zum kiten!

Ran an die Welle und rauf auf´s Board

Zu den bekannten Buchten fährt ein Bus, in Popoyo (von Managua/4Std., Rivas/1,5 Std.) musst du die letzten zwei Kilometer zu Fuß gehen, oder du grinst freundlich und darfst als Belohnung hinten auf einen Pick-Up springen.

Für ein etwas größeres Budget ist ein Mietwagen zu empfehlen, da einige Spots eben nur schwer erreichbar sind. Vor allem den Norden Nicaraguas kannst du mit einem Wagen am besten erkunden. Am besten den Wagen vor Ort buchen, das ist am günstigsten.

Für Infos zum Surf, zu Mietwagen und zu Unterkünften im Land findet man auch bei meinem Surf-Buddy Cesar Medina unter: www.surfnicamagazine.com

Wer etwas weniger Zeit, dafür etwas mehr Geld in der Tasche hat, der kann sich natürlich auch immer ein Taxi mieten. Längere Strecken sind kein Problem, viele haben Surf-Rags auf dem Dach. Meine Empfehlung: Antonio!

surf surfing wellenreiten nicaragua

Sunset-Surf in Playa Maderas, Nicaragua

Offshore all day – every day

Wie überall in der (Surf-)Welt sind Swell, Tide und Wetter auch beim Surfen in Nicaragua Faktoren, die manchmal unberechenbar sind. Mein Bericht beruht natürlich auf persönlicher Erfahrung und aus zahlreichen Gesprächen mit Locals. Wer surft, der weiß: Der Swell, der macht was er will! Aber wer zum Surfen einen der zahlreichen Strände in Nicaragua aufsucht, der kann zumindest einen Faktor aus seinen Überlegungen bezüglich Spot-Auswahl streichen: den Wind! Wie oben beschrieben beglückt uns der große See mit einem Offshore am Strand – und zwar fast das ganze Jahr. Und wenn er schon mal pustet, dann auch den ganzen Tag – einfach herrlich.

Also – Surfen in Nicaragua bedeutet: Offshore, Wellen, und noch mal Offshore! Es gibt so viel davon, dass es für mehrere Surfurlaube reicht. Der Haken: Wo gehst du bei den ganzen perfekten Bedingungen wann surfen! Aber „no pasa nada“ – hier wird Dir geholfen! Denn fest steht: Von Einsteiger bis Pro – wer in Nicaragua surfen geht, der bekommt seine Wellen ab!

Die Wellen-Saison

Die Zeit von März bis September ist die Haupwellen-Zeit, hier kommen die Süd-Swells mit einer beruhigenden Regelmäßigkeit. Einige der Swell-Catcher arbeiten dann rund um die Uhr. Und sollte doch mal ein Tag flat sein, dann gibt es genug sonst zu tun in diesem tollen Land.

Von Oktober bis Dezember laufen die Nord-Swells an die Pazifikküste von Nicaragua. Dementsprechend ist es nicht doof, sich in dieser Zeit in Richtung Norden zu orientieren.

Januar bis März ist der Offshore ziemlich (zu) stark, das Set-Up kann dann auch durchaus an die Nordsee erinnern. Vielleicht kiten gehen?

Die Spots

San Juan del Sur

Playa Maderas, das ist der Haupstrand von San Juan del Sur, und ist (zum Glück) eine halbe Stunde von der Stadt entfernt. Tagsüber und besonders am Wochenende spielt sich das Leben hier ab, während San Juan del Sur selber ziemlich ruhig ist und erst am Abend zum Leben erwacht. Täglich fahren fünf Shuttle von San Juan an den Strand, der Roundtrip kostet sechs Dollar. Das Ganze ist eine ziemlich holprige Angelegenheit, wer den Strand liebt und weniger die Party, der sollte darauf verzichten und in der Nähe von oder am Maderas Beach wohnen. Mehr Infos findest du hier!

Playa Maderas ist ein sehr schöne Bucht, am Strand befinden sich drei kleine Restaurants, die sehr leckeres (etwas teurer!) Essen anbieten und alles, was der geneigte Surfer und Strandgänger den Tag über so braucht. Es ist ganz entspannt, der Vibe am Strand ist gut: Surfen, Essen, in der Sonne baden! Hier lässt es sich auf jeden Fall für ein paar Tage aushalten!

Surfen und chillen am Playa Maderas

Chillen am Playa Maderas in Nicaragua

Chillen am Playa Maderas in Nicaragua

Der erste Shuttle aus der Stadt kommt erst um neun Uhr an, der letzte fährt um 17 Uhr, davor und danach teilt man die Wellen mit ein paar Locals und den Leuten, die wie ich in Playa Maderas schlafen. Dazwischen kann es crowded werden, habe ich aber nicht als schlimm empfunden, durch die verschiedenen Peaks entzerrt sich das Ganze. Wer du es auf und neben dem Wasser etwas ruhiger möchtest, dann kannst du auch mal Playa Hermosa versuchen.

 Insgesamt gilt: Playa Maderas ist perfekt für Wellenreit-Anfänger! Das Hostel Tres Hermanns am Strand bietet neben günstigen Betten (10 Dollar/Bett) Surfkurse und Bretter an. Die mir bekannten Surfer waren mit deren Diensten zufrieden. In San Juan del Sur selber gibt es auch noch verschiedene Anbieter. Der Vorteil dort ist, das die Fahrt nach Maderas im Kurs inbegriffen ist. Tip: Ich habe im Eco-Hotel Playa Maderas übernachtet!

Der Break

Beachbreak mit drei plus Peaks, die Wellen brechen links und rechts über Sandboden. Einsteigen kannst du praktisch überall, an einigen Stellen liegen Felsen im Wasser, die sind aber eigentlich nicht zu übersehen. Die Welle ist bei allen Tiden surfbar, wird aber bei auflaufendem Wasser besser. Von langsam fett bis steil und hohl – die Welle ändert ihr Gesicht stündlich. Gilt als Swell-Magnet und war während meiner Woche dort nie ganz flat. Von zwei bis sechs Fuß, danach Tendenz zum Closeout. Aber alles darunter ist das Ganze eine schöne Spielwiese: Vom langen Ritt bis zur Barrel ist hier alles möglich. Einfach reinhaun und schauen was passiert: Sandbottom!!!  Ganz links in der Bucht gibt es einen Righthand-Pointbreak, der allerdings nur bei großem Swell läuft und dann von den Locals beansprucht wird. Für uns Gringos heißt es dann: Mira los locals. Zeig Respekt und genieße die Show!

Fazit: Entspannter Beachbreak, der sich zu einer ziemlich guten Spielwiese entwickeln kann!
Typ: Beachbreak
Mindestens gewünschter Forecast: 2-3 Fuß, 12-14 Sekunden, W-SW, ab Midtide auflaufend
Anreise: Bus von Managua/5h; von Rivas/2h, von San Juan del Sur mit dem Shuttle 30min.
Unterkunft: Eco-Hotel Playa Maderas
Surkurs/Bretterverleih: Tres Hermanos direkt am Strand

Region Popoyo

Playa Maderas ist eine Surf-Spielwiese

Playa Maderas ist eine Surf-Spielwiese

Wer in Nicaragua Wellenreiten geht, der wird den ein oder anderen Fußmarsch hinlegen müssen. Los geht es damit in der Region Popoyo. Es gibt hier drei Wellen: Popoyo-Inside, Popoyo-Outer-Reef und Santana. Je nach dem wo man übernachtet, ist alles fußläufig. Wer, wie ich, im Magnific-Rock absteigt, wohnt abgelegen, dafür aber zentral zwischen den Spots und kann zu beiden laufen. In Santana könnt ihr auch übernachten, allerdings sind dann ein paar Dollar mehr fällig. Wohnt ihr in Guascate, dem eigentlich Strandort hier in der Region Popoyo, dann habt ihr Popoyo vor der Haustür und müsst einen 45-min. Marsch nach Santana in Kauf nehmen. Theoretisch sind alle Wellen zu Fuß von überall erreichbar, allerdings kann es eben etwas dauern:

  • Magnific Rock – Popoyo: 15 min.
  • Magnific Rock – Santana: 25 min.
  • Guascate – Popoyo: 5 min (inklusive Fluß durchwaten, ist aber kein Problem)
  • Guascate – Santana: 45 min.

Popoyo

Popoyo ist ein A-Frame Reefbreak, bricht also in beide Richtungen. Ist ein Swellmagnet und produziert eigentlich fast immer eine Welle. Der Einstieg erfolgt bei kleinen Wellen und Hochwasser direkt vor dem Peak, ansonsten ganz rechts durch eine Lücke im Riff. Lange Walls mit der ein oder anderen Barrel. Wird bei Lowtide richtig schnell und gleicht dann einem Slab. Wenig Wasser über dem Riff, allerdings ist das Riff nicht besonders scharf, einfach nur hart! Am besten bei auflaufendem Wasser. Kann ziemlich crowded werden, allerdings scheint die Masse eher auf die Rechte scharf zu sein (sorry Goofies).

Fazit: Super Welle, heavy und groß, mit langen Walls und geräumigen Barrels.
Typ: Reefbrak, A-Frame
Mindestens gewünschter Forecast: ab 2-3 Fuß, 12-14 Sekunden, WSW, alle Tiden
Anreise: Bus von Managua/4h; von Rivas/1,5h, vom Magnific Rock 15min, Popoyo Villas Hostel 5min.
Unterkunft: Magnific Rock, Popoyo Villas Hostel
Surkurs/Bretterverleih: Magnific Rock

Popoyo Outer Reef

Outer Reef - groß und hässlich!

Outer Reef – groß und hässlich!

Fängt erst ab acht Fuß an zu laufen und dürfte dann eine der gefährlichsten, aber perfektesten Wellen des Planeten sein. Righthand Stand-Up-Barrels und Wasserwände bis zum Horizont. Wer hier einen Abgang macht, der frisst mit ziemlicher Sicherheit Riff.

Die Chancen auf ein zweigeteiltes Brett sind hier super! Locals sagen scherzhaft über diese Welle: Wenn du hier surfst, dann musst du „Tax“ bezahlen. Wer trotzdem Lust bekommen hat, am besten mal mit Oliver Soliz sprechen!

Fazit: Kein Fazit, zumindest nicht von mir. „Cochones“ sind nicht groß genug für 10-foot-Popoyo – sorry!
Typ: Big-Wave
Mindestens gewünschter  Forecast: 8 bis 10 Fuß, 13-15 Sekunden, WSW
Surfkurs: Es wäre dein erster und letzter Kurs!

„Hauswelle“ Guascate

Direkt am „Hausstrand“ vor Guascate läuft ab und zu eine Welle, die perfekt für Einsteiger ist. Bricht nach rechts über Sand, nicht zu heavy, viel Weißwasser. Könner gehen lieber die paar Schritte mehr rüber zu Popoyo.

Fazit: Hier geht immer alles!
Surfkurs: In Guascate in den Hostels nachfragen.

Santana

Ziemlich perfekter Righthand-Beachbreak, wer hier ab drei/vier Fuß surft, der findet mit Sicherheit in der Barrel Schatten! Enorm crowded, vor allem Gringos, die sich benehmen, als wären sie a ihrem Local Break in Southern-California. Wenn nirgendwo was geht, dann geht Santana (und es gehen dann wirklich alle dahin!)

Fazit: Super Welle, könnte man doch nur mit ein paar Kumpels mal alleine…..
Typ: Beachbreak mit ein paar steinigen Stellen, rechts und links
Mindestens gewünschter Forecast: 1-2 Fuß, 10-13 Sekunden, W-WSW, ab Mid-Tide
Anreise: Bus von Managua/4h; von Rivas/1,5h, vom Magnific Rock 25min., von Guascate 45min.
Unterkunft: Magnific Rock, Popoyo Villas Hostel
Surfkurs/Bretterverleih: Magnific Rock

Region Playa Gigante

Playa Gigante - surfen, Sonne, Spaß!

Playa Gigante – surfen, Sonne, Spaß!

Playa Gigante ist das Mittelding zwischen Popoyo und San Juan del Sur. Das kleine Dorf bietet neben einigen Unterkünften auch ein paar Restaurants (Fish-Tacos bei Mamma Lin!) und sogar eine nette kleine Strandbar, wo sich abends so ziemlich jeder zum Sundowner trifft. Ansonsten ist es hier aber auch ziemlich ruhig, nach Sonnenuntergang gehen ein paar Bier, dann ist Nachtruhe – zwei Drittel aller anwesenden Touristen sind Surfer! Wer also seine Ruhe möchte, aber eben doch nicht auf die ein oder andere Annehmlichkeit verzichten möchte, der ist in Playa Gigante genau richtig. Wer einen Surfkurs buchen möchte: Oliver Soliz vom Monkey-House ist euer Ansprechpartner!

Ein kleiner „Nachteil“: Alle Wellen sind nur zu Fuß zu erreichen (oder einem geliehenen Fahrrad), und das kann Zeit und Kraft kosten. Allerdings habe ich die Märsche früh morgens immer geliebt, Nachmittags dagegen wurde ich einmal mit einem Sonnenstich belohnt. Wie lange es zu Fuß dauert, lest ihr bei den einzelnen Spots.

Playa Amarillo

Am südlichen Ende der Bucht läuft ein kleiner Beachbreak, der für Anfänger bestens geeignet ist. Hier sind dann auch die beiden Surfschulen anzutreffen, die es in der Gegend gibt. (von Playa Giganten 5min.)

Surfen lernen in Playa Amarillo, Nicaragua

Surfen lernen in Playa Amarillo, Nicaragua

Am anderen Ende der Bucht (zu Fuß 20 min.) laufen zwei sehr schöne Wellen über Sandboden, ein kleiner Lefthand-Pointbreak und daneben ein A-Frame-Beachbreak. Einstieg: Einfach rein, los paddeln und duckdiven!

Hier geht eigentlich immer was, auch wenn sonst flat ist. Am besten bei auflaufendem Wasser, und früh morgens bei off…ach nein, entschuldigung, es ist ja immer offshore in Nicaragua! (von Playa Giganten 20min)

 

 

Fazit: Hier geht immer was, wer sich schon etwas mehr zutraut kommt hier auf seine Kosten
Typ: Beachbreak nach rechts über Sandboden. Perfekt für Anfänger
Mindestens gewünschter Forecast: 1-2 Fuß, 10-13 Sekunden, S – SW, jede Tide
Anreise: Bus von Managua/3,5h; von Rivas/1h
Unterkunft: The Monkey House
Surfkurs/Bretterverleih: The Monkey House

Playa Colorado

Wahrscheinlich die beste Welle Nicaraguas! Heavy, hollow, und wahnsinnig schön! Rechts wie links, sobald das Biest bricht, ist es perfekt! Ich glaube, hier wurde der Spitznamen für Barrels erfunden: Green Room! Nicht für Anfänger geeignet! Einstieg ist überall – am besten ihr beobachtet die Wellen eine Weile, wartet dann ein Set ab und paddelt zwischen den Peaks nach draußen.

Getting barreled in Playa Colorado, Nicaragua!

Getting barreled in Playa Colorado, Nicaragua!

Leider haben auch die Amerikaner von dieser Perfektion mitbekommen, und um die ganzen nervigen Locals und Europäer zu verscheuchen, wurde einfach ein US-Style-Villenviertel á la „gated community“ direkt an den Strand gebaut.

Wer über Land zur Welle will, muss tatsächlich von einem Bewohner der Villen eingeladen werden und passiert danach drei Passkontrollen – ins Land zu kommen ist einfacher! Die Privatisierung der Welle hatten sie auch schon geplant, zum Glück hatten die Einheimischen da noch ein gewichtiges Wort mitzureden! Die Folge: Amtssprache ist Englisch in der völlig überfüllten Line-Up, wer sich nicht wie ein Arsch benimmt bekommt auch keine Welle – danke USA! Wer in Klein-Kalifornien unterschlüpfen will, kann sich eine Villa ab 1500 Dollar pro Woche mieten. Für den armen Surfer aus Deutschland gibt es aber immer noch den Weg am Strand entlang, zu Fuß sind das 30min. von Playa Gigante  (inklusive einem kurzen paddle um den point).

Fazit: USA, USA, USA….
Typ: Beachbreak, rechts und links
Mindestens gewünschter Forecast: 4-6 Fuß, 13-15 Sekunden, W-WSW, nur Mid- bis Hightide
Anreise: zu Fuß von Playa Gigante
Unterkunft: Monkey House
Surfkurs/Bretterverleih: Hier nicht zu empfehlen

Panga Drops

Swell-Catcher mit langen Walls und der ein oder anderen Barrel am Ende. Tolle, entspannte Welle, die man mit etwas Glück nur mit ein paar anderen teilen muss. Das Setting hier ist gigantisch – Urwald trifft auf Meer trifft auf ziemlich gute Welle. Wer den langen Marsch von Playa Gigante (45min.) auf sich nimmt, wird hier meistens belohnt.

Fazit: Super entspannte Welle, lange Ritte sind hier keine Seltenheit
Typ: Beachbreak, eher nach links, je nach Tide geht aber auch rechts
Mindestens gewünschter Forecast: 3-5 Fuß, 11-13 Sekunden, SW-WSW, jede Tide
Anreise: zu Fuß von Playa Gigante 45min.
Unterkunft: Monkey House
Surfkurs/Bretterverleih: Hier nicht zu empfehlen

Der Norden

Surf-Romantik pur! Der Norden Nicaraguas.

Surf-Romantik pur! Der Norden Nicaraguas.

Der Norden Nicaraguas ist noch immer so etwas wie ein großer Secret-Spot und deshalb perfekt, um seine eigene Welle zu finden. Der bekannteste Spot ist inzwischen Puerto Sandino, ich selber war aber nicht dort und kann dementsprechend nichts dazu schreiben.

Mir wurde nur von 50plus Surfern in der Lineup erzählt. Berichten möchte ich von El Transito, ich habe mein Surfer-Herz an diesen Ort verloren. Ansonsten gilt: Keep the secrets! Und: Wer sucht, der findet!

 

El Transito

Wahrscheinlich wie San Juan del Sur vor 30 Jahren – ein wirklich kleines Fischerdorf. Wer Lust auf richtig relaxtes Surfen hat, der ist hier genau richtig. Essen, schlafen, surfen – three times daily!Mehrere Peaks entlang der Bucht. Nicaragua ist ja eigentlich das „land of the lefts“, hier kann aber durchaus auch rechts gesurft werden. El Transito ist extrem konsistent, am allerbesten aber in der „Off-Season“ zwischen November und März. Sollte nicht größer als kopfhoch werden, tendiert dann zum Close-Out.

Am Ende der Bucht ist ein Lefthand-Pointbreak, der lange Ritte auf entspannten Walls verspricht. Die übrige Bucht bietet rechte und linke Breaks, die je nach Tide entspannt bis ziemlich hohl über Sand brechen. Der Tidenhub ist hier extrem, die Wellen verändern sich dementsprechend ziemlich drastisch im Verlauf des Tages. Vor allem im nicaraguanischen Sommer kann es durchaus (noch) sein, dass ihr die Bucht für euch alleine habt. Hört euch vor Ort um, es gibt noch jede Menge Wellen im nahen Umkreis.

El Transito war mein Lieblings-Spot in zum Surfen Nicaragua – ich kann nur jedem empfehlen, sich dort mal umzuschauen!

Fazit: großer Spielplatz, mit allem was Surfer so braucht. Ansonsten gibt es dort wenig zu tun, ein wenig schnorcheln, wandern oder das Baseball-Spiel am Sonntag. Also Achtung ihr „surft/surft-nicht“-Pärchen.
Mindestens gewünschter Forecast: 3-5 Fuß, 13-14 Sekunden, SW-SSW, kann auch W-WNW gut ab
Anreise: Bus von Managua und Leon/2h
Unterkunft: am besten vor Ort schauen, so viele Möglichkeiten gibt es nicht…
Surfkurs/Bretterverleih: k.A.

Fazit Surfen in Nicaragua

Feine Sache - das surfen in Nicaragua!

Feine Sache – das surfen in Nicaragua!

Nicaragua ist eine Top-Surfdestination: Beachbreak, Weltklasse-Pointbreaks, von einfach bis heavy ist alles dabei. Viele Wellen sind nicht überlaufen, im Gegenteil,  mit ein wenig Aufwand surfst Du Deinen eigenen Break. Das „Offshore-Phänomen“ in Nicaragua ist wirklich unglaublich, der Faktor „Wind“ ist schlicht und einfach zu vernachlässigen! Und das Leben drumherum ist auch nicht zu verachten: Es ist warm, das Essen lecker und die Drinks kalt, für jeden Geldbeutel und Reise-Style ist was dabei. Durchaus auch für „Surft/Surft nicht-Pärchen“ zu empfehlen!

Einziges Manko, wenn das denn so genannt werden kann, ist vielleicht die Erreichbarkeit der Wellen – ohne Auto muss man einige ordentliche Busreisen und Fußmärsche in Kauf nehmen.

 

Warst Du schon einmal zum surfen in Nicaragua? Planst du deinen nächsten Surftrip nach Nicaragua oder möchtest du surfen lernen in Nicaragua – schreibe mir, ich freue mich über Anregungen oder Fragen!

9 Antworten
  1. Stefan Heinrich
    Stefan Heinrich says:

    Hallo Marco, es tut mir leid wenn du das Gefühl hast, dass ich einen Secret Spot verraten habe! Ich kann dir versichern, dass dem nicht so ist! Wenn du zum Surfen nach Nicaragua fährst, dann wirst du irgendwann unweigerlich vom Ort El Transito hören! Es ist nicht so, das die lokalen Surfer versuchen, den Spot geheim zu halten. Außerdem – gib mal bei google „El Transito“ ein, du bekommst 617.000 Ergebnisse – irgendwie ist das dann nicht mehr geheim, finde ich! Glaub mir, ich würde niemals einen Secret Spot verraten, das erlaubt mir meine Surfer-Ehre gar nicht! Ich war selber dort und habe mir sozusagen die Erlaubnis der Locals eingeholt! Die Menschen dort vor Ort leben nicht, wie du, in der reichen Schweiz und freuen sich daher über etwas gratis „Werbung“! Mit den Gäste-Surfern verdienen sie ein paar Dollar mehr, die sie ganz gut gebrauchen können. In Nord-Nicaragua gibt es wahnsinnig viele geheime und unentdeckte Wellen – und das werde ich hier sicher nicht ändern. Ich hoffe, ich konnte ein wenig Verständnis für meinen Artikel bei Dir wecken? Falls du noch Fragen zum Surfen in Nicaragua hast, kannst du dich gerne jederzeit an mich wenden. Beste Grüße, Stefan

    Antworten
  2. Marco
    Marco says:

    Wenn du Mitteilungsbedarf hast, dann geh doch nach Hause und sprich gegen die Wand. Was für eine Logik steckt dahinter, wenn man sagt man möchte eine Ort geheim halten, und dann einen solchen Bericht veröffentlicht… Einfach nur traurig!!!

    Antworten
  3. Stefan Heinrich
    Stefan Heinrich says:

    Hallo Chris,

    Arbeit und Surfen verbinden – hört sich gut an! Du sagst, du möchtest linke Riffe surfen – damit bist du in Miramar im Paradies. Los Cardones ist völlig ok, Bretter bekommst du da auf jeden Fall. Die „Surf-Infrastruktur“ ist da fortgeschrittener, dafür ist mehr los als in El Transito! Dort gibt es auch Boards, die allerdings sind nicht im besten Zustand. Falls Du die Möglichkeit hast, dann hör und schau dich mal in Managua nach einem Brett um. Ansonsten lässt sich ja immer irgendeine Planke auftreiben! Wenn du San Juan del Sur schon kennst, würde ich das dieses Mal an deiner Stelle auslassen!

    Dann wünsche ich Dir viel Spaß und gute Wellen – ich würde mich freuen wenn du berichtest wie es dir ergangen ist! Beste Grüße aus der Heimat, Stefan

    Antworten
  4. Chris
    Chris says:

    Hallo Stefan
    Sitze gerade in Managua auf einer Konferenz und wollte von Donnerstag bis Mittwoch noch ein paar Tage zum surfen bevor es zurück nach Deutschland geht.
    War 2012 schon in San Juan del Sur, was super war jedoch etwas zu crowded.
    Somit wollte ich jetzt nach Miramar, Los Cardones Surf Lodge oder nach dem ich deinen Bericht gelesen habe nach El Transito.
    Problem ist, dass ich nichts dabei habe und umbedingt ein paar schöne left reef breaks surfen möchte. Somit die Frage, was würdest du empfehlen?
    Kennst du Los Cardones? Bekomme ich in El Transito gute Boards zum leihen?
    Oder doch einfach nach Miramar?
    Besten Dank und Grüße aus der tropischen Hitze!
    Chris

    Antworten
  5. Stefan Heinrich
    Stefan Heinrich says:

    Hallo Pana,

    schön, dass dich mein Artikel ein wenig inspirieren konnte. Freu dich, Nicaragua ist ein tolles Land mit fetten Wellen und netten Menschen! Ich schreib dir zu deinen Fragen eine PN!

    Hasta luego, Stefan

    Antworten
  6. Pana
    Pana says:

    Hi Stefan,

    danke für diesen Bericht! Ich bin gerade in LA und fliege morgen rüber nach Nicaragua… bin noch völlig offen, aber habe jetzt ein bisschen mehr Ideen, wo es hingehen kann.

    Ich weiß, man soll vor Ort schauen, aber in welcher Unterkunft warst du in El Transito bzw. wie teuer war die? Allgemein: Wie teuer sind die billigeren Unterkünfte?

    Liebe Grüße und vielen Dank,

    Pana

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.