SURF-SPOTCHECK | Surf-Trip zu den Dinosauriern #1

Vor ein paar Wochen hatte ich die einmalige Gelegenheit, auf die Galapagos Inseln zu fliegen – dank eines Jobs durfte ich eine Woche in dem Inselarchipel durch die Gegend schippern. Die Galapagos standen bisher eigentlich nicht auf meiner „da-muss-ich-unbedingt-mal-hin“-Liste, aber so eine einmalige Gelegenheit wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen. Für viele Reisende sind die Inseln eine Art Traum-Destination, mich hat es bis dato einfach nicht dahin gezogen – aus einem einfachen Grund: keine Wellen, sorry, da bin ich bei meiner Reiseziel-Auswahl relativ streng. Wirklich keine Wellen? Ziemlich naiv gedacht, bei einer Inselgruppe, die rund 1000 Kilometer vor der ecuadorianischen Küste mitten im Pazifik liegt.

Galapagos war für mich bisher gleichbedeutend mit Riesenschildkröten, Darwin-Finken und Seelöwen. Von Wellen hatte ich bisher noch nichts gehört. Eine erste kurze Internet-Recherche hatte aber ein anderes Ergebnis: Es gibt dort Wellen, mitunter ziemlich große Wellen. „Das schaue ich mir an“, dachte ich, packte den Boardbag und setzte mich in ein Flugzeug ans andere Ende der Welt.

Vergessene Welten, neu entdeckte Wellen

Ich kann es vorweg nehmen: Ich war surfen auf den Galapagos, allerdings hatte ich etwas Pech mit dem Swell – es war nicht wirklich konsistent und die hatte nie die Größe, die dort möglich ist. Trotzdem war es ein ganz besonderes Erlebnis – und außerdem war ich ja eigentlich zum arbeiten dort. Dieser Post soll die einzelnen Spots übersichtlich auflisten, ein paar Informationen und Tipps weiterreichen, die mir vor meiner Reise gefehlt haben – aber vor allem, um ein paar schöne Fotos von diesem unglaublichen Flecken Erde zu zeigen. Es ist ein Mikrokosmos aus Tier- und Pflanzenwelt, der wirklich einmalig ist. Es ist, als würde man eine längst vergessene Welt betreten. Tiere aus anderen Jahrtausenden, Mondlandschaften, dazu Menschen, die sich ihrer besonderen Rolle sehr bewusst sind. Noch nie habe ich es erlebt, dass sich die lokale Bevölkerung so sehr um ihr Zuhause sorgt und kümmert. Diese Verantwortung sollte sich automatisch auf uns Surfer übertragen: Surfen mit Sinn und Verstand!

Was ich auf meinem Surfttrip auf den Galapagos im einzelnen alles erlebt habe, dass kannst du in meinen drei Reiseberichten nachlesen, die ich für das Goodtimesmag geschrieben habe.

Surftrip Galapagos Teil 1 goodtimesmag

Surftrip Galapagos Teil 2 goodtimesmag

Surftrip Galapagos Teil 3 goodtimesmag

Surfen auf den Galapagos Quick Check

  • Abenteuer-Surf-Trip garantiert

  • sehr wenig Surfer im Wasser

  • Weltklasse-Wellen

  • Mit Seelöwen im Line-Up

  • langer Flug

  • nicht ganz kostengünstig

  • viele Wellen sind nur mit dem Boot zu erreichen

  • Nicht für Anfänger geeignet

Surfen auf den Galapagos

Die Galapagos Inseln sind eine Archipel aus 13 Inseln, aber nur auf vier davon kannst du surfen: Baltra, San Cristobal, Santa Cruz und Isabella.. Das hängt mit den strengen Regeln zusammen, die im Nationalpark herrschen, außerdem ist es nicht ganz einfach, „mal eben“ von einem Spot zum nächsten zu kommen, dafür sind die Distanzen dann doch zu weit. Im ersten Teil meiner zweiteiligen Serie „Surfen auf den Galapagos“ bekommst du alles Wissenswerte über die Inseln Baltra und San Cristobal zu lesen.

Surfen im Nationalpark

Dein Surftrip auf die Galapagos wird anders sein, als alle deine bisherigen Surftrips. Angefangen damit, dass du in einem Nationalpark mit sehr, sehr strengen Regeln surfst, dann die Herausforderung, zur richtigen Zeit an den richtigen Spot zu gelangen, bis hin zu dem Genuß, dass du dir die meisten Line-Ups ausschließlich mit Seelöwen teilen wirst. Das alles und noch einige Punkte mehr machen es zu einem ziemlich ungewöhnlichen Surftrip!

Ich persönlich habe im Vorfeld einen Surf-Guide kontaktiert. Eddy Salazar wohnt und surft auf den Galapagos, ist ein ziemlich entspannter Typ und kann dir bei deinem Surftrip sehr gut weiter helfen. Bei Interesse sende ich Dir gerne seine Kontaktdaten. Von ihm habe ich auch die Grundregeln eingebläut bekommen, die du beim Surfen auf den Galapagos unbedint beachten solltest:

      • halte dich unbedingt an die Nationalpark-Regeln
      • bleibe bei schlechtem Wetter unbedingt in einer der kleinen Städte
      • überlege, ob du einen Surf-Guide buchst, auch wenn du sonst eher nicht der Typ dafür bist
      • berühre niemals einen Seelöwen, auch wenn er in Reichweite ist – oder überhaupt ein Tier
      • gehe niemals an Spots surfen, von denen dir die Einheimischen abraten (ja, es gibt natürlich Haie auf den Galapagos)

Anreise und Reisen auf den Galapagos

Die Anreise ist nicht ganz preiswert – ich bin mit KLM geflogen und habe für den Roundtrip 1000 Euro bezahlt. Der Flug von Quito auf die Galapagos kostet rund 500 Dollar, der Eintritt in den Nationalpark 200 Dollar – dafür bekommst du aber ein Surftrip-Abenteuer der besonderen Art!  

Es gibt zwei Möglichkeiten, deinen Surftrip auf den Galapagos zu gestalten. Du kannst im Vorfeld einen Surftrip-Anbieter kontaktieren oder eine Cruise buchen, falls es deine Reisekasse her gibt, ist das natürlich ein sehr luxuriöser und angenehmer Weg, das Archipel nach Wellen auszukundschaften. Du kannst die Galapagos aber auch sehr gut individuell bereisen, mit den lokalen Fähren kommst du von einer bewohnten Inseln zur nächsten, auf den Inseln selber gibt es Kleinbusse und Taxen. Mit ein wenig Planung ist das alles kein Problem. Carina von travelrundplay.de hat einen super Post über ihre Reise auf die Galapagos geschrieben – außerdem listet sie auf, was die Individualreise ungefähr kostet.

Stef hat zweieinhalb Monate auf den Galapagos gearbeitet und berichtet in ihrem Blog food&fotos around the world davon.

Equipment zum Surfen auf den Galapagos Inseln

Ich hatte meinen 6,0 Fish im Gepäck und ein 6,4 Shortboard und bin damit gut zurecht gekommen.  Wenn du allerdings in der Surf-Saison dort hinreist, solltest du definitiv deine Gun einpacken – acht bis zehn Fuß sind keine Seltenheit. Du brauchst definitiv keinen Neoprenanzug, auch wenn das einige Webseiten verklickern. Ich war in der „kalten“ Jahreszeit dort und war mit einer Boardshorts bestens bedient – pack aber unbedingt deine Neopren-Schuhe ein! Auf Santa Cruz gibt es übrigens den einzigen Surfshop im Umkreis von mehreren tausend Kilometern!

Wellensaison auf den Galapagos Inseln

Auf den Galapagos (genau wie mainland Ecuador) gibt es zwei Surf-Saisons. Je nach Jahreszeit kommen auch die Swells aus unterschiedlichen Richtungen, was die Wahl deines Surfspots entscheidend beeinflussen sollte (siehe Spotbeschreibungen).

  • Januar bis Mai: Heiße, feuchte Saison, aber am besten zum Surfen. Das Wasser hat rund 22 bis 24 Grad.
  • Juni bis Dezember: Die „Jahreszeit“, in der auch der Wind stärker ist und oft onshore pustet. Wassertemperatur liegt dann bei 20 bis 22 Grad.

Surfen lernen auf den Galapagos

Tja, schwierig zu sagen. Du kannst hier definit surfen lernen, denn es gibt Surftour-Anbieter, die gleichzeitig auch unterrichten. Wie allerdings deren Qualifikation ist kann ich nicht sagen – unbedingt vorher erkundigen. Sicherlich ist es aber so, dass es bessere Orte gibt, um surfen zu lernen. Für Einsteiger, die sich eigentlich auf das surfen konzentrieren sollen, gibt es hier einfach zu viele Einflussfaktoren. Kurzum: Nur zum Surfen lernen, solltest du nicht auf die Galapagos reisen. Wenn du aber eh schon hier bist, dann gibt es die Möglichkeit, surfen zu lernen!

Die Surf-Spots auf den Galapagos-Inseln

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Surfen auf Baltra

Baltra Island ist eine ziemlich kleine Inseln, die eigentlich unbewohnt ist. Allerdings ist hier einer von zwei Flughäfen, mit ziemlicher Sicherheit wirst du also auf Baltra landen. Die Insel ist eine Militärbasis und gehört nicht zum Nationalpark. Was das Surfen angeht, habe ich unterschiedliche Aussagen gehört, eine war, dass nur Armeeangehörige ins Wasser dürfen. Ich war trotzdem drin, mehr dazu aber beim goodtimesmag.

Grundsätzlich ist die kleine Insel ein Swell-Catcher, die aber nur bei Nord-Swells funktioniert. Da Baltra aber (von Zivilisten) unbewohnt ist, gibt es nicht viele Möglichkeiten, hier zu surfen. Entweder du gehst direkt nach deiner Ankunft hier surfen, kommst mit einem Boot wieder oder wirst Mitglied der ecuadorianischen Armee – so gut können die Wellen aber gar nicht sein.

1. Baltra North

Vom Flughafen zu Fuß rund 15 Minuten, oder aber du schmuggelst dich in einen der Busse, die Kreuzfahrtgäste an den Hafen bringen. Netter Rechtshänder, der auch schon bei kleiner Größe wunderbar hohl bricht.

  • Pointbreak über Felsen

  • Rechtswelle, hohl und schnell

  • Wenn du fünf Surfer als Crowd bezeichnest, dann ist dieser Spot crowded!

2. Baltra South

Südlich des Flughafens gelegen, frag einfach nach Aeolian Cove. Lefthander mit ziemlich langen Walls, sechs Fuß bis zehn Fuß sind keine Seltenheit. Sehr wahrscheinlich sind deine einzigen Surf-Buddies im Line-Up Seelöwen.

  • Pointbreak über Riff

  • Links, lange Walls

  • nur Seelöwen im Line-Up

3. Salinas

Noch etwas weiter südlich ist eine der wenigen Wellen auf den Galapagos, die über Sandboden laufen. Wenn es überall zu groß ist, kannst du hier entspannte Wellen bei vier, fünf Fuß reiten – perfekt für Longboarder!

  • A-Frame über Sandboden

  • Geht in beide Richtungen, Longboard-Welle

  • no crowd!

Surfen auf San Cristobal

San Cristobal ist eine von vier bewohnten Inseln, hier ist auch die zweitgrößte Stadt der Galapagos: Puerto Baquero. Die Insel ist eine perfekte Basis für deinen Surftrip. Hier hast du zum einen Wellen direkt vor der Haustür, zum anderen findest du am Hafen und in der Stadt ganz einfach Anbieter, die dich mit dem Boot zu anderen Spots bringen. Die Wellen hier sind die konstantesten des ganzen Archipels, außerdem findest du hier Spots bei südlichen und nördlichen Swells.

Nördliche Swells

4. Punta Carola

Gilt als die beste Welle der Galapagos: Eine schnelle, steile Rechte mit langen Walls. Entweder paddelst du vom Carola Beach ins Line-Up (von der Stadt 20 Minuten zu Fuß), oder du lässt dich für vier Dollar von einem Fischer zum Break bringen. Ab sechs Fuß ist das Teil nur etwas für Könner – die WElle hat enorme Power und bricht über ein extrem flaches Riff.

  • Pointbreak über flaches Riff

  • schnelle Rechts mit langen Walls und Barrels

  • Hier kann es "voll" werden (nicht wirklich)

5. Manglecito

Nur mit dem Boot zu erreichen, einsamer und wunderschöner Strand. Guter Beachbreak mit vielen Peaks, wenn Punta Carola zu groß ist, solltest du hier nachschauen.

  • Bachbreak über Sand

  • A-Frame Beachbreak

  • no crowd weil nur mit dem Boot zu erreichen!

6. El Canon

Eine Links am südlichen Ende der Bucht auf militärischem Sperrgebiet. Das allerdings ist kein Problem, gib dem Soldaten am Eingang einfach dein freundlichstes Lächeln, zeig ihm deinen Ausweis und schon bist du auf dem Weg zu der am besten gesicherten Welle Südamerikas.

  • Pointbreak über flaches Riff

  • Links, heavy, schnell!

  • Kann "voller werden" (auch nicht wirklich)

Südliche Swells

7. La Loberia

Südlich der Stadt gelegen, zu Fuß in einer halben Stunde zu erreichen, oder in fünf Minuten mit einem Taxi (8 Dollar). A-Frame Pointbreak, allerdings sehr windanfällig.

  • Pointbreak über Riff

  • A-Frame Pointbreak

  • no crowd, nur mit dem Boot zu erreichen

8. Tongo Reef

Noch zehn Minuter weiter und du fiindest einen der besten Lefthänder im Umkreis von tausend Kilometern – lange walls mit tube-sections. Allerdings braucht das Teil einen ordentlichen Swell.

  • Pointbreak über Riff

  • Links! Weltklasse! Am richtigen Tag!

  • Nooooooo!

Fazit zum Surfen auf den Galapagos Inseln

Sicher nicht die Surf-Destination, an der du mal kurz übers verlängerte Wochenende billig hin kommst. Dafür ist dir ein Surf-Trip der besonderen Art garantiert, der in der ziemlich erschlossenen Surfwelt seinesgleichen sucht. Kostet was, aber lohnt sich definitiv – weil du neben dem Surf-Trip, sozusagen gratis obendrauf, einen grandiosen Einblick in eine ganz besondere Welt bekommst. Vielleicht eine gute Alternative für einen Surftrip mit einem Partner, der nicht surft? Abwechslung ist hier auf jeden Fall geboten!

Solltest du einen Trip zum Surfen auf die Galapagos planen, dann kontaktiere mich gerne – ich kann dir sicher mit einigen hilfreichen Tips weiter helfen.

Demnächst geht es weiter mit dem zweiten Teil, dann erfährst du mehr über die Surfspots auf Santa Cruz und Isabella! Stay tuned!

4 Antworten
  1. Tabitha
    Tabitha says:

    Großartig! Bei mir geht es in drei Monaten auf die Inseln und ich verschlinge aktuell jeden Bericht. Auch wenn es wohl kein Surfen werden wird, die Bilder sind wunderschön und steigern die Vorfreude noch mehr.

    Antworten
  2. Markus
    Markus says:

    Hallo Stefan,
    Danke für den Bericht und die ausführlichen Spotbeschreibungen. Werde mir auch gleich noch Deine Artikel bei Goodtimesmag anschauen. Kann ich bestimmt gut gebrauchen.
    Dein Angebot, Dich zu kontaktieren, werde ich auch gerne annehmen, wenn es soweit ist.
    Danke und Gruß,
    Markus

    Antworten

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